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Kids in den Schnee!

5. Januar 2019

In der letzten Ausgabe des salto habe ich bezüglich der Wintersportwochen berichtet, dass es von der Steiermärkischen Landesregierung einen gemeinsamen Initiativantrag Richtung Bundesregierung gegeben hat. Inzwischen hat auch der Österreichische Fachverband der Seilbahnen die alles andere als erfreuliche Situation erkannt und an Bundesminister Faßmann einen Forderungskatalog zur Förderung des österreichischen Skinachwuchses übermittelt, in dem die enorme Bedeutung der Wintersportwochen für die Seilbahnbranche und die gesamte österreichische Wirtschaft hervorgehoben wird. Dies ist umso erfreulicher, da sich gerade diese Institution in der Vergangenheit nicht immer sehr kooperativ gezeigt hat.

 

In dem Schreiben werden im Wesentlichen jene Punkte angesprochen, die schon in meiner letzten Untersuchung als verbesserungs- und veränderungswürdig hervorgehoben wurden:

  • Verbesserung der Aus- und Fortbildungen (vor allem im Volksschulbereich)
  • Anpassung bzw. Abschaffung der Maximalstundenzahl für Schulveranstaltungen an Volksschulen (derzeit fünf Stunden)
  • Abschaffung der 70% Teilnahmeklausel (Entscheidungen sollen die schulpartnerschaftlichen Gremien treffen). Leider wurde in diesem Zusammenhang vergessen, jenen Passus im Gesetz zu überdenken, der es Eltern erlaubt, bei Schulveranstaltungen mit Nächtigung die Kinder ohne Angabe von Gründen nicht mitfahren zu lassen.
  • Datenerfassung der Wintersportwochen, um aktuelle Entwicklungen und Trends erkennen zu können.
  • Bürokratieentflechtung (Organisation, Rolle des Schulkontos, Abrechnungsmodalitäten für LehrerInnen).

 

Aber auch hier heißt es wahrscheinlich wie bei der installierten Arbeitsgruppe im Ministerium, dem Initiativantrag der Steiermärkischen Landesregierung und anderen Eingaben warten, warten, warten, obwohl es eigentlich für den schulischen Wintersport schon 5 nach 12 ist.

 

Aus meiner Sicht kann man natürlich zur Sportausübung im Allgemeinen und zum Schneesport im Besonderen unterschiedliche Ansichten haben. Folgende Überlegung müsste durchaus erlaubt sein:
Wir leben in einem alpinen Land. Wäre es daher für die hier lebenden Kinder nicht sinnvoll, sowohl im Sommer im Form von Wandertagen, als auch durch die skisportliche Tradition unseres „Nationalsportes“ im Winter im Rahmen von Wintersportwochen mit den Eigenheiten dieser Landschaft vertraut zu werden? Und zwar je früher, desto besser – am besten schon im Kindergarten, denn was Hänschen nicht lernt…! Dann könnte nämlich in weiterer Folge der Schneesport in der Volksschule, der NMS bzw. AHS/BHS wieder so wie in der Vergangenheit ein Selbstläufer werden.

 

Auf dem Sektor der Fortbildungen der PH Steiermark hat sich leider nichts Neues getan. Nach wie vor dümpeln wir vergleichsweise mit den anderen Bundesländern weit hinten herum. So wie in den letzten Jahren gibt es lediglich zwei Veranstaltungen, eine Wintersportwochen BegleitlehrerInnen Ausbildung Ski alpin und eine Fortbildung Wintersport Ski alpin (mit je 60 TeilnehmerInnen).
Den von mir gemeinsam mit dem Fachverband der steirischen Seilbahnen nach Salzburger Vorbild geplanten gratis Skitag (Kids Day – SchülerInnen bis 14 Jahre) in der Woche vor Weihnachten wird es nach intensiven Gesprächen mit dem Fachverband der steirischen Seilbahnen voraussichtlich erst im Winter 2019/20 geben. Hier gilt es, den unerwarteten Wechsel an der Spitze des Fachverbandes (Arthur Moser/Haus, Fabrice Giradoni /Stuhleck) abzuwarten, aber auch die Rolle des Antenne Schulskitages, des Familienwochenendes im Dezember und die nicht unerheblichen Bedenken der kleineren Skigebiete zu berücksichtigen.

 

 

Vor den Vorhang!
Die Mühe hat sich gelohnt, es tut sich was!

 

Graz: Die Stadt Graz (Sport/Hohensinner) hat auf die Untersuchungsergebnisse reagiert und für die vierten Klassen der Grazer Volksschulen kostenlose, eintägige Skifahrten auf den Präbichl (Alpfox) und nach Modriach (Klinger) ausgeschrieben. Insgesamt sollen dabei maximal 2.000 Schülerinnen und Schüler bewegt werden, 100.000 € stehen zur Verfügung. Erfreulich dabei ist die Tatsache, dass die Mehrzahl der teilnehmenden Schulen in den Vorjahren keine skisportlichen Aktivitäten gesetzt haben. Es gilt, diesen ersten Schritt der Stadt im Winter 2019/20 auf mehrtägige Skikurse auszuweiten und die Kindergärten mit einzubeziehen.

 

 

Steiermark: Den großen Wurf für die Schulen des Landes gibt es seitens der Steiermärkischen Landesregierung (Tourismus/Eibinger-Miedl). Ab dem Winter 2019/20 wird es finanzielle Unterstützungen für Hin- und Rückfahrkosten für jene Schulen geben, die ihre Skikurse (mindestens vier Tage) in einem der 75 steirischen Skigebiete abhalten. Insgesamt stehen jährlich 200.000 € bis 2021zur Verfügung. Um die Förderung kann ab 4. 2. 2019 angesucht werden: www.verwaltung.steiermark.at/a12

 

ÖSV: Der ÖSV bietet den Schülerschutz auch für Wintersportwochen an, die nicht an aufeinander folgenden Tagen stattfinden. Damit können Standortskikurse, die über den Winter verteilt sind, um 2 € pro Person versichert werden (maximal fünf Skitage).