chevron_left
Zurück

Sicherheit im Schulsport: Schwimmen

12. August 2019

Schwimmen ist nicht nur eine von vielen Sportarten, sondern Schwimmen ist die einzige Bewegungstechnik, die außerdem lebensrettend sein kann. Deshalb sollte Schwimmen in jeder Schulstufe einen Pflichtplatz einnehmen, damit jeder Schüler und jede Schülerin diese Technik sicher beherrscht. Schwimmen bedeutet in der Primarstufe aber auch Abenteuer zu erleben und hat einen hohen Freizeitwert, da fast alle Kinder in den Sommerferien die heimischen Bäder und Seen besuchen.

 

Für Anfänger ist der Aufenthalt im Wasser immer ein Balanceakt zwischen Wagnis und Sicherheit. Je besser sie aber das Schwimmen beherrschen, desto mehr wächst die Zuversicht und das Vertrauen. Mann könnte grundsätzlich annehmen, dass im Schwimmsport, die üblichen Sportverletzungen so gut wie gar nicht vorkommen, weil das Wasser ein weiches Element ist. In den folgenden Ausführungen werden wir sehen, dass auch im Schwimmbad Prellungen und Verstauchungen passieren, die man aber mit dem richtigen Verhalten durchaus in Griff bekommen könnte. Das größte Problem ist allerdings, wenn Kinder, die ihre koordinativen und konditionellen Fähigkeiten überschätzen, im tiefen Wasser in eine lebensbedrohliche Lage kommen und nicht mehr den Rand des Beckens erreichen.

 

 

1. Der Sportlehrer muss die Fähigkeiten zur Rettung beherrschen!
Kinder, die sich unter der Wasseroberfläche befinden, sind auch in Sportbecken nur schwer auszumachen. Zum einen ziehen sie häufig Arme und Beine an, wodurch man sie durch den Verkleinerungseffekt des tiefen Wassers schwer erkennen kann. Zum anderen kann das Wasser das einfallende Licht so reflektieren, dass ein Tiefensehen vom Beckenrand nur schwer möglich ist. Trotzdem sind Sportpädagoginnen und Sportpädagogen verpflichtet Schüler, die sich in einer lebensbedrohlichen Situation befinden, zu retten. Dafür sind die folgende Fähigkeiten unabdinglich, diese sollte man regelmäßig auffrischen:
• An jeder Stelle des Beckens muss eine Lehrkraft einen Schüler retten können. Die maximale Tiefe beträgt in der Regel 3,8 Meter.
• Die Lehrkraft muss fähig sein, 15 Meter weit zu tauchen.
• Sie muss eine etwa gleichschwere Person mittels Kopf- oder Achselgriff ca. 15 Meter weit schleppen und an Land bringen können.
• Sie muss sich aus einer Umklammerung von einer in Not geratenen Person befreien können.
• Sie muss lebensrettende Sofortmaßnahmen ergreifen können.

 

 

Es ist also für den Schwimmunterricht eine Voraussetzung, dass sich der geschulte Lehrer am Schwimmbecken aufhält und das Geschehen im Wasser überwacht. Ist er selbst nicht in der Lage, die obigen Punkte zu erfüllen, muss eine andere Person, die rettungsfähig ist, am Beckenrand bereitstehen. Das kann zum Beispiel der Bademeister der jeweiligen Einrichtung sein. Dieser darf dann aber keine anderen Arbeiten während des Schwimmunterrichts ausführen, die ihn von seiner Beobachtungsaufgabe ablenken. Manchmal haben Sportlehr die Prüfung zum Rettungsschwimmer absolviert, sind aber auf Grund einer Krankheit, einer Verletzung oder auf Grund des fortgeschrittenen Alters nicht in der Lage, einen Schüler zu retten. In diesem Fall müsste eine andere rettungsfähige Person in den Unterricht eingebunden werden. (Castellani, 1999)
Gerade Lehrkräfte mit viel Berufserfahrung bringen vielseitige methodische Kenntnisse in den Unterricht ein, jedoch besteht die Gefahr, dass das Bewusstsein für Gefahren im Schwimmunterricht nachlässt. Deshalb sollte man immer selbstkritisch bleiben und die Fähigkeiten zur Rettung regelmäßig auffrischen.

 

2. Vorbereitungen vor dem Schwimmunterricht
Schwimmunterricht muss sorgfältig geplant und vorbereitet werden, um einen reibungslosen und unfallfreien Ablauf zu gewährleisten. Das Einhalten bestimmter Unterrichtsabläufe ist förderlich für eine hohe Übungsintensität und gibt den Schülern Sicherheit und Vertrauen im Umgang untereinander und mit dem Element Wasser.

 

• Information. Bereits vor der ersten Schwimmstunde können viele organisatorische Abläufe sowie Verhaltensregeln im Schwimmbad mit den Schülern besprochen werden. Sinnvoll ist ein Informationsblatt für die Eltern auszugeben, in dem sie die Vorerfahrungen und eventuelle gesundheitliche Einschränkungen und andere Besonderheiten eintragen können.

 

• Treffpunkte vereinbaren: In der Regel gehen die Schüler gemeinsam mit dem Lehrer zum Schwimmbad und wieder retour. Findet dieser in der ersten Stunde oder nach einer Mittagspause statt, können ältere Schüler auch ohne Lehrer zum Schwimmbad fahren. Dafür ist es notwendig, ein Sammelpunkt zu vereinbaren. Dieser ist in der Regel vor dem Bad. Der Austausch der Telefonnummern im Vorfeld ist oft ein gutes Mittel, um unangenehme Wartezeiten und Ungewissheiten zu eliminieren. Gleich am Sammelpunkt erfolgt die Zählkontrolle, die auch wichtig für die Berechnung des Gruppeneintritts ist.

 

• Gemeinsam in die Schwimmhalle. Sind die Schüler das erste Mal im Schwimmbad, kann die Verwirrung oft groß sein, bis sie wissen, wo welche Räumlichkeiten sind. Wenn der Lehrer hier Geduld hat und keine Hektik aufkommen lässt, ist schon viel erreicht. Wichtig ist, dass vor der Kabine alle Kinder zusammenwarten und dann alle gemeinsam mit dem Lehrer in die Schwimmhalle gehen. Nützlich ist auch, wenn die Verhaltensregeln vor der Kabine nochmals wiederholt werden:

 

  • Laufverbot im Schwimmbad.
  • Wir sprechen so leise wie möglich.
  • Wir bleiben in einer Gruppe, niemand setzt sich ab.
  • Wer auf das WC will, muss sich abmelden.
  • Den Anweisungen des Lehrers ist unbedingt Folge zu leisten.
  • Wer sich nicht an die Regeln hält, muss von der Bank aus zusehen.

 

Den restlichen Beitrag findest du im Salto 152!

So holst du dir den gesamten Artikel

Die restlichen fünf Spiele findest du in der Zeitschrift SALTO: Diese Kannst kostenlos als pdf herunterladen. Folge diesem link und scrolle nach unten!